Internationale Medien verbreiten es wie ein Lauffeuer: Letzte Nacht hat sich in Islamabad eines der verherendsten Attentate in der Geschichte Pakistans ereignet. Ein Regierungsmitglied sprach sogar von "Pakistans Elftem September".
Zum Ereignis: Kurz nach Einbruch der Dunkelheit hat sich ein Selbstmordattentaeter mit ca. 1000 Kilogramm Sprengstoff unmittelbar von dem Marriot – Islamabads renomiertestem Hotel und Unterkunft zahlreicher internationaler Gaeste, Diplomaten, Wirtschaftsfuehrer etc. - in die Luft gesprengt. Anschliessend ist das riesige Gaebaeude total ausgebrannt und drohte noch bis in die Morgenstunden einzustuerzen. Bisher sind mindestens 60 Tote registriert und ueber 250 schwer Verletzte in die Spitaeler gebracht worden. Die Zahl der Opfer ist so erschreckend hoch, weil sich waehrend dem Fastenmonat Ramadan zahlreiche wohlhabende Buerger im Marriott zum Fastenbrechen treffen und nach dem Attentat etliche Hotelgaeste in den Flammen eingeschlossen waren. Das ganze ereignete sich im unmittlebaren Anschluss an eine Botschaft des neuen Prasidenten intensiv gegen Terroristen vorzugehen.
In Anbetracht dieser Katastrophe und der daraus resultierenden Ereignisse moechte ich euch allen versichern, dass es mir gut geht, ich mich auch weiterhin sicher fuehle und die Auswirkungen auf Lahore insgesmat sehr beschraenkt sind. Letztendlich wird es wohl einmal mehr zu einem Plus an Sicherheitskraeften fuehren und diverse Kontrolle vor oeffentlichen, religioesen und wirtschaftlichen Einrichtung werden ebenfalls zunehmen. Trotzdem geht das Leben seinen gewohnten Gang...
Samstag, 20. September 2008
Montag, 15. September 2008
meeting Canadians
A couple of weeks ago I met a couple from Fort Saskatchewan at church. Donald is a teacher for music at the Lahore American School, while Louise is actually not working, but quite involved in other activities.
It is quite strange – I guess – to meet people I used to live so close by to in the Sacred Heart Cathedral in Lahore. However, Donald and Louise took me to the International Club quite a bit and I got some good breaks from the monotonous Pakistani culture. Last Saturday, I could even join a day trip organized by the board of the American School. We visited Shalimar Garden – a huge and impressive park set by the Moguls – and afterwards we had lunch at the Avari Hotel, the only place in all of Lahore that serves food during Ramadan.
Obviously, I met a lot of Americans that day, which was very interesting for a change. There are some teachers who take their entire families with them. However, most of them do not get to know Pakistan at all, since they spend their time either in their highly secured homes, in the American school or in the International Club. Usually, they are quite shocked, when I tell about my experiences with the poor...
It is quite strange – I guess – to meet people I used to live so close by to in the Sacred Heart Cathedral in Lahore. However, Donald and Louise took me to the International Club quite a bit and I got some good breaks from the monotonous Pakistani culture. Last Saturday, I could even join a day trip organized by the board of the American School. We visited Shalimar Garden – a huge and impressive park set by the Moguls – and afterwards we had lunch at the Avari Hotel, the only place in all of Lahore that serves food during Ramadan.
Obviously, I met a lot of Americans that day, which was very interesting for a change. There are some teachers who take their entire families with them. However, most of them do not get to know Pakistan at all, since they spend their time either in their highly secured homes, in the American school or in the International Club. Usually, they are quite shocked, when I tell about my experiences with the poor...
Sonntag, 14. September 2008
News
Langsam neigt sich meine Zeit auf dem Subkontinent dem Ende zu und in sechszehn Tagen sitze ich - inshallah - bereits im Flugzeug in Richtung Heimat. Allerdings hat sich eine Art "Endspurt-Gefuehl" bisher noch nicht recht breit gemacht. Vielmehr geht das Leben seinen gewohnten Trott mit Klassifikationen in der Bibliothek am Morgen, Kathechismus- und Englischunterricht am Nachmittag. Seit Ende August ist Andrye wieder fest in Lahore stationiert und sein Sprachaufenthalt in Murree ist vorbei, entsprechend kam auch ein frischer Wind nach Loyola Hall. Aeusserst positiv werte ich seine Sportbegeistertheit und technische Raffinesse, so dass wir gestern - nach gewissen Adaptionen am Fernesehen - problemlos das Formel 1 Rennen live anschauen konnten. Ebenfalls hat es Andrye hingekriegt, dass wir am Samstag abend die Premiere League aus England ebenfalls live verfolgen konnten.
Morgen auf Nacht kommt Renato aus Manila zurueck, wo am Samstag der erste pakistanische Jesuit die Diakonenweihe empfangen hat. Wir sind alle sehr zuversichtich, dass es mit Renato Rueckkehr auch wieder etwas ruhiger zu und her gehen wird.
Morgen auf Nacht kommt Renato aus Manila zurueck, wo am Samstag der erste pakistanische Jesuit die Diakonenweihe empfangen hat. Wir sind alle sehr zuversichtich, dass es mit Renato Rueckkehr auch wieder etwas ruhiger zu und her gehen wird.
Donnerstag, 28. August 2008
Gaeste aus Deutschland
Letzten Samstag bekamen wir Besuch zweier "Touristen" aus Bamberg, die dann am Mittwoch nach Islamabad weitergereist sind. Stefan und Stefanie arbeiten beide als Universitaets-Assistenten fuer die Universitaet in Bamberg (Stefan) resp. Eichstaett (Stefanie).
Stefan hat Persisch und Arabisch studiert und anschliessend ueber Iqbal, den pakistanischen Nationaldichter, promoviert. Deshalb ist er auch wieder nach Lahore gekommen, weil die hier ansaessige Iqbal-Akademie seine Dokotorarbeit in Pakistan und Indien neu auflegen will. Ich habe es aeusserst geschaetzt wieder ordentlich deutsch zu sprechen und da unsere Gaeste aus Bayern stammten konnte ich mit meinem "Innsbrucker Dialekt" aus dem Vollen schoepfen. Ueberhaupt fuehrten wir aeusserst intressante Gespraeche und Diskussionen und ich habe bezueglich islamischer Religionsgeschichte und schiitischer Theologie doch einiges dazugelernt.
Stefan hat Persisch und Arabisch studiert und anschliessend ueber Iqbal, den pakistanischen Nationaldichter, promoviert. Deshalb ist er auch wieder nach Lahore gekommen, weil die hier ansaessige Iqbal-Akademie seine Dokotorarbeit in Pakistan und Indien neu auflegen will. Ich habe es aeusserst geschaetzt wieder ordentlich deutsch zu sprechen und da unsere Gaeste aus Bayern stammten konnte ich mit meinem "Innsbrucker Dialekt" aus dem Vollen schoepfen. Ueberhaupt fuehrten wir aeusserst intressante Gespraeche und Diskussionen und ich habe bezueglich islamischer Religionsgeschichte und schiitischer Theologie doch einiges dazugelernt.
Sonntag, 24. August 2008
... wieder da!
!Wer meinen Blog anschaut, stellt unmittelbar fest, dass mein letzter Artikel schon eine halbe Ewigkeit zurueckzuliegen scheint und – in Anbetracht der gegenwaertigen Situation in Pakistan – scheint diese Situation doch etwas irritierend zu sein. Zuerst also die gute Nachricht vorweg: Ich lebe noch, bin wohl auf und gluecklich. Allerdings war ich seit anfangs August immer wieder „gesundheitlich beeintraechtigt“ und hatte ob Fieber, Durchfall und Uebelkeit nur begrenzte Schreiblust. Vielmehr versuchte ich meine limitierten Kraeft zu buendeln und anderweitig einzusetzen. Ich bitte euch alle also um Verzeihung und nehme mir streng vor zumindest einmal die Woche von mir hoeren zu lassen.
Im letzten Monat ist dann aber trotz Krankheit und Geburtstag doch so einiges passiert. Absolutes Highlight war meine Reise nach Islamabad, wo ich am ersten August den Schweizer Nationalfeiertag auf der Botschaft mit Bier und Olma-Bratwurst gebuerend feierte. Grosszuegigerweise lud mich Pius Rohner, der Leiter des DEZA in Pakistan, zu sich nach Hause ein und ich blieb vom 31. Juli bis zum 4. August sein Gast. Insgesamt eine absolut wohltuende Abwechslung wieder einmal westliche Standards, Speisen und (als Couleurstudent) vor allem auch Getraenke geniessen zu duerfen.
Im letzten Monat ist dann aber trotz Krankheit und Geburtstag doch so einiges passiert. Absolutes Highlight war meine Reise nach Islamabad, wo ich am ersten August den Schweizer Nationalfeiertag auf der Botschaft mit Bier und Olma-Bratwurst gebuerend feierte. Grosszuegigerweise lud mich Pius Rohner, der Leiter des DEZA in Pakistan, zu sich nach Hause ein und ich blieb vom 31. Juli bis zum 4. August sein Gast. Insgesamt eine absolut wohltuende Abwechslung wieder einmal westliche Standards, Speisen und (als Couleurstudent) vor allem auch Getraenke geniessen zu duerfen.
Dienstag, 22. Juli 2008
Eine afrikanische Erfahrung
Letzten Sonntag besuchte ich den Abendgottesdienst in der Kathedrale von Lahore, der traditionell vor allem von nigeriansichen und anderen afrikanischen Immigranten frequentiert wird, und erlebte eine gewaltige Ueberraschung. Wie ja durchaus anzunehmen unterschied sich dieser "afrikanische" Gottesdienst, der massgeblich von den Immigranten selbst gestaltet wurde, in Liedgut und Dynamik deutlich von der "normalen" pakistanischen Eucharistiefeier. Faszinierend war allerdings, dass hier die praegendsten kulturellen Faktoren - wie beispielsweise die Purdah (strenge Geschlechtertrennung) - schlicht nicht zu gelten schienen: Frauen, Maenner und Kinder sassen wild durcheinandergemischt in den Reihen. Die Kopftuecher wurden durch Jeans ersetzt und Haare teilweise sogar offen getragen. Auch die beruehmt-beruechtigte Hierarchie schien ausser Kraft gesetzt und die Kinder schrien und spielten selbst waehrend dem Hochgebet. Insgesamt war es eine guttuende Erfahrung - ebenfalls voller Vitalitaet und Lebensfreude, aber doch auf eine aufmundernd andere Art.
Allerdings bin ich in diesem Kreis natuerlich umso deutlicher ins Auge gestochen und einmal mehr an der Sicherheitskontrolle haengen geblieben. Offensichtlich hat mich der Beamte - wohl aufgrund meines Shalwar Khameez (traditionelle Kleidung in Pandschab) und Bartes - fuer einen Moslem gehalten, und erst in die Kathedrale eintreten lassen, als er sichtlich erleichtert feststellte, dass ich wirklich kaum Urdu verstehe. Hierzu ist zu sagen, dass die einzige Bevoelkerungsgruppe Pakistans mit weisser Haut, die Pathan, im unmittelbaren Grenzgebiet zu Afghanistan leben und im Pandschab allgemein als Fanatiker und Barbaren verschrien sind.
Allerdings bin ich in diesem Kreis natuerlich umso deutlicher ins Auge gestochen und einmal mehr an der Sicherheitskontrolle haengen geblieben. Offensichtlich hat mich der Beamte - wohl aufgrund meines Shalwar Khameez (traditionelle Kleidung in Pandschab) und Bartes - fuer einen Moslem gehalten, und erst in die Kathedrale eintreten lassen, als er sichtlich erleichtert feststellte, dass ich wirklich kaum Urdu verstehe. Hierzu ist zu sagen, dass die einzige Bevoelkerungsgruppe Pakistans mit weisser Haut, die Pathan, im unmittelbaren Grenzgebiet zu Afghanistan leben und im Pandschab allgemein als Fanatiker und Barbaren verschrien sind.
Samstag, 12. Juli 2008
the Monsoon is starting...
Today the mosoon got really started and flooded our entire street. There was one yard of water and if you wanted to leave Loyola Hall you basicly had to either swim or float or find some other way through the waters. Still, ten sisters came to my series of lectures on theology that started today. The topic is "The Role of Mary in Catholic Theology". Mariology is very important here in Pakistan, because a lot of the growing Protestant churches challenge the Catholic tradition and pratice. So it is necessary to provide some sound theology and to point out its biblical background in order to enable and build dialogue between the churches. With some of the new Protestant churches - like the Church of Christ - we have some good contact. They use one of our halls once in a while for some outreach-activities.
Our Puppies are growing fast. Unfortunatel, two of them died a day after their birth, but the remaining two are now starting to wander around and explore their environement.
Our Puppies are growing fast. Unfortunatel, two of them died a day after their birth, but the remaining two are now starting to wander around and explore their environement.
Freitag, 4. Juli 2008
Die letzte Woche
Die letzte Woche startete mit der Inauguration des Paulusjahres und einem gigantischen Festgottesdienst in der Kathedrale am Sonntag. Beinahe - schien es mir - drohte das stattlich Gebaeude auseinanderzubersten, so gross war der Andrang. Dementsprechend "imposant" waren auch die Sicherheitvorkehrungen. Allgemein ist es doch ein eigenartiges Gefuehl vor dem Kirchbesuch von schwerbewaffneten Soldaten kontrolliert und verhoert zu werden. Auslaendern gegenueber schienen die Sicherheitsbeamten besonders skeptisch zu sein und Andre (aus Indonesien) und mir wurde spezielle Aufmerksamtkeit zuteil. In der Kathedrale selbst war die Stimmung aber umso beeindruckender und intensiver.
Wir hatten regelrechtes Glueck ueberhaupt noch einen Sitzplatz zu erhaschen und sassen eng zusammengepfercht auf der rechten Seite, der Maennerseite: Alle Frauen und Kinder links, die Maenner rechts. Zudem tragen in der Kirche alle Frauen ein Kopftuch, was - verstaerkt durch das gothische und durch und durch europaeisch gepraegte Mauerwerk mit seinen Ornamenten - eine beinah vorkonziliar anmutende Atmosphaere kreiert. Mit dem Einzug und dem Aufspielen der lebhaften und lebensfrohen Musikanten schied diese aber schnell dahin und wich einer anregenden Mischung aus europaeischer und pakistansicher Froemmigkeit. Auch die anschliessende Prozession zur Residenz des Erzbischofs war von dieser Ambivalenz gepraegt: Die Rosenkranz betenden Priester und andaechtigen Traeger der Paulusstatue wurden von Scharen enthusiastischer Musikanten, Saenger und Taenzer umringt.
Ohne Tanz und Musik kann man in Pakistan nun mal keine Feste feiern, schon gar keine religioesen. Allerdings herrscht auch beim Tanz das unterschwellige Gebot der strengen Geschlechtertrennung, so dass Mann mit Mann zwar problemlos Walzer tanzen kann (ohne irgendwelchen anruechigen oder gar homosexuallen Ansatz), dies mit einer Frau aber absolut unmoeglich waere.
Vom Tanz gepraegt war schliesslich auch das Fest anlaesslich der ewigen Profess von Schwester Rubia von den Toechter des heiligen Paulus am Montag. Fuer grosses Aufsehen sorgte hierbei das Buffet, das zahlreiche europaeische Koestlichkeiten wie Spaghetti oder Bratkartoffeln fuehrte. Persoenlich bevorzugte ich aber die scharfen, pakistanischen Gerichte; mittlerweile schmeckt mir die westliche Kost schon etwas zu schal.
Pater Renato ist am Dienstag mit sechs Jugendlichen nach Australien zum Weltjugendtag aufgebrochen und mittlerweile auch gut in Sidney angekommen, wo sie zur Zeit noch in der hiesigen Jesuitenresidenz untergebracht sind und das Hallenbad das absolute Highlight darstellt. Allerdings muss ich hier das Armutgeluebde der Jesuiten doch insofern verteidigen, dass es sich beim Hallenbad um einen Teil des von Jesuiten gefuehrten Colleges handelt und nicht um ein "ignatianisches Privatfeature".
Persoenlich steht bei mir ebenfalls alles sehr gut, nur bin ich etwas unter Zeitdruck und verbringe jeden Tag mindestens zehn Stunden in der Bibliothek, um das Skriptum fuer den am 12. Juli starten Vorlesungszyklus zur Mariologie fertigzustellen. Wenn dies dann endlich geschafft ist, hoffe ich wieder mehr Zeit fuer Crickett und Erkundungstouren durch Lahore zu haben.
Wir hatten regelrechtes Glueck ueberhaupt noch einen Sitzplatz zu erhaschen und sassen eng zusammengepfercht auf der rechten Seite, der Maennerseite: Alle Frauen und Kinder links, die Maenner rechts. Zudem tragen in der Kirche alle Frauen ein Kopftuch, was - verstaerkt durch das gothische und durch und durch europaeisch gepraegte Mauerwerk mit seinen Ornamenten - eine beinah vorkonziliar anmutende Atmosphaere kreiert. Mit dem Einzug und dem Aufspielen der lebhaften und lebensfrohen Musikanten schied diese aber schnell dahin und wich einer anregenden Mischung aus europaeischer und pakistansicher Froemmigkeit. Auch die anschliessende Prozession zur Residenz des Erzbischofs war von dieser Ambivalenz gepraegt: Die Rosenkranz betenden Priester und andaechtigen Traeger der Paulusstatue wurden von Scharen enthusiastischer Musikanten, Saenger und Taenzer umringt.
Ohne Tanz und Musik kann man in Pakistan nun mal keine Feste feiern, schon gar keine religioesen. Allerdings herrscht auch beim Tanz das unterschwellige Gebot der strengen Geschlechtertrennung, so dass Mann mit Mann zwar problemlos Walzer tanzen kann (ohne irgendwelchen anruechigen oder gar homosexuallen Ansatz), dies mit einer Frau aber absolut unmoeglich waere.
Vom Tanz gepraegt war schliesslich auch das Fest anlaesslich der ewigen Profess von Schwester Rubia von den Toechter des heiligen Paulus am Montag. Fuer grosses Aufsehen sorgte hierbei das Buffet, das zahlreiche europaeische Koestlichkeiten wie Spaghetti oder Bratkartoffeln fuehrte. Persoenlich bevorzugte ich aber die scharfen, pakistanischen Gerichte; mittlerweile schmeckt mir die westliche Kost schon etwas zu schal.
Pater Renato ist am Dienstag mit sechs Jugendlichen nach Australien zum Weltjugendtag aufgebrochen und mittlerweile auch gut in Sidney angekommen, wo sie zur Zeit noch in der hiesigen Jesuitenresidenz untergebracht sind und das Hallenbad das absolute Highlight darstellt. Allerdings muss ich hier das Armutgeluebde der Jesuiten doch insofern verteidigen, dass es sich beim Hallenbad um einen Teil des von Jesuiten gefuehrten Colleges handelt und nicht um ein "ignatianisches Privatfeature".
Persoenlich steht bei mir ebenfalls alles sehr gut, nur bin ich etwas unter Zeitdruck und verbringe jeden Tag mindestens zehn Stunden in der Bibliothek, um das Skriptum fuer den am 12. Juli starten Vorlesungszyklus zur Mariologie fertigzustellen. Wenn dies dann endlich geschafft ist, hoffe ich wieder mehr Zeit fuer Crickett und Erkundungstouren durch Lahore zu haben.
Mittwoch, 25. Juni 2008
New Friends
Today, one of our guardian dogs gave birth to four cute little puppies. I'm quite excited about our new little friends and hope everything's gonna go well... Whether in Pakistan or wherever, puppies are just lovely!
Dienstag, 24. Juni 2008
Eine Anekdote
Letzte Woche habe ich beim Schneider zwei weitere Shalwar Khameez (die traditionelle Kleidung in Punjab) anfertigen lassen. Nachdem die drei Tagesfrist fuer die Fertigstellung abgewartet hatte, wollte ich meine Bestellung abholen. Allerdings stellte ich schnell fest, dass dieser spezielle Schneider seine Mittagssiesta nicht wie gewoehnlich bis ca. 14:00 Uhr abhaelt, sondern mindestens bis 16:00 Uhr. Dementsprechend beschloss ich nach dem Abendessen noch einmal vorbeizuschauen, und tatsaechlich: der Schneider war anwesend meine Kleidung fertiggestellt und alles schien in bester Ordnung... bis ich schliesslich zahlen wollte. Der ausgemachte Preis belief sich auf 450 Rupien (ca. 4,50 Euro), ich hatte aber nur einen Geldschein ueber 1'000 Rupien bei mir und der Schneider behauptete steif und fest, dass er kein Wechselgeld habe. Auf dem ganzen Bazar fand ich aber nur Haendler, die mir irgendwelche Waren andrehen wollten, aber sich konstant weigerten mir meinen Geldschein zu wechseln. Schliesslich blieb mir nichts anderes uebrig, als einmal mehr nach Hause zu gehen und es am naechsten Tag nochmals zu versuchen. Nach einer weiteren Kollision mit des Schneiders variablen Siesta-Zeiten, konnte ich meine Keider eine Woche nach Erteilen des Auftrags tatsaechlich erwerben, mit nach Hause nehmen und sie sogar anziehen!
That's life in Pakistan :-)
Montag, 23. Juni 2008
Getting started
Letzten Samstag konnten wir den lang ersehnten Abschluss des Umzug der Bibliothek in neue Raeumlichkeiten feiern. Innerhalb einer Woche uebersiedelten wir zu fuenft ueber 15'000 Buecher inklusive saemtlichem Inventar wie Gestelle, Tische, Schraenke, Computer etc. Dementsprechend gab es Eis und Cola zum Dessert, eine absolute Raritaet.
Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt und so langsam kristallisiert auch eine gewisse Routine und ein regelmaessiger Tagesablauf heraus. Dabei empfinde ich es als aeusserst wichtig mein eigentliches Arbeitsfeld moeglichst exakt abzustecken. Zur Zeit unterrichte ich den Kandidaten Englisch und arbeite an der Homepage fuer Loyola Hall. Naechste Woche fliegen zwei der Kandidaten nach Sidney zum Weltjugendtag, wenn sie zurueckkommen werde ich zusaetzlich auch Kirchengeschichte lehren und Katechismusunterricht erteilen. Ab Mitte Juli werde ich zudem einen Theologiekurs fuer die Novizinnen der zahlreichen Schwester-Orden in der Gegend erteilen. Die wenige Zeit, die dann noch uebrig bleibt arbeite ich in der Bibliothek. Wie man sieht resp. liest, bin ich also ziemlich beschaeftigt!
The last week was quite busy too. I got introduced to two of our parishes and numberous congregations; I also was invited to the archbishop's birthday party, where I met even more sisters and many priests. Actually, I'm always quite amused, as the sisters usually think I'm a priest and honorably call me "father". Generally, I find people to be very friendly and talkative and really enjoy my stay!
Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt und so langsam kristallisiert auch eine gewisse Routine und ein regelmaessiger Tagesablauf heraus. Dabei empfinde ich es als aeusserst wichtig mein eigentliches Arbeitsfeld moeglichst exakt abzustecken. Zur Zeit unterrichte ich den Kandidaten Englisch und arbeite an der Homepage fuer Loyola Hall. Naechste Woche fliegen zwei der Kandidaten nach Sidney zum Weltjugendtag, wenn sie zurueckkommen werde ich zusaetzlich auch Kirchengeschichte lehren und Katechismusunterricht erteilen. Ab Mitte Juli werde ich zudem einen Theologiekurs fuer die Novizinnen der zahlreichen Schwester-Orden in der Gegend erteilen. Die wenige Zeit, die dann noch uebrig bleibt arbeite ich in der Bibliothek. Wie man sieht resp. liest, bin ich also ziemlich beschaeftigt!
The last week was quite busy too. I got introduced to two of our parishes and numberous congregations; I also was invited to the archbishop's birthday party, where I met even more sisters and many priests. Actually, I'm always quite amused, as the sisters usually think I'm a priest and honorably call me "father". Generally, I find people to be very friendly and talkative and really enjoy my stay!
Mittwoch, 11. Juni 2008
The Water Park
Der gestrige Ausflug mit ca. sechs bis sieben hundert Kindern stellte ein gewisses Highlight und auch eine aeusserst lehrreich Erfahrung dar. Vier der fuenf Kandidaten der Jesuiten kamen mit; wir waren dann also schon mal zu fuenft. Obwohl wir und eigentlich auch alle anderen einigermassen puenktlich um ca. 08:00 Uhr in der Schule ankamen, brauchten die Organisatoren doch ueber drei um alles in den Griff zu kriegen und den 150-Meter-Marsch von der Schule zu den Bussen zu organisieren. Hier in Pakistan dauert eben alles etwas laenger und so sollte man immer viel Geduld und ein gutes Buch im Gepaeck haben. Ich setzte mich also auch die Stiegen und las Ratzinger, was sich aber als gar nicht so leicht herausstellte, denn als Europaeer war ich natuerlich DIE Sensation! Jedes Kind wollte mir mindestens einmal die Hand schuetteln und wenn moeglich noch ein bisschen Englisch ueben, ja im besten Fall sogar versuchen Ratzinger zu lesen.
Im Water Park angekommen, ging es dann ungefaehr im gleichen Stil weiter. Vor allem meine Faehigkeit zu schwimmen beeindruckte hier alle; schliesslich koennen die allermeisten Pakistani ja nicht schwimmen. Schlussendlich musste ich dann ungefaehr drei Stunden lang Schwimmunterricht erteilen. Insgesamt war es aber eine tolle Erfahrung, denn die Kinder sind ja wohl in jedem Land die ehrlichsten und aufgeschlossensten Zeitgenossen.
Yesterday's trip to the water park proved to be an very good experience. I enjoyed hanging out with the children and spend some time with those most open-hearted and honest fellows. However, as a European, I was the main attraction of the trip! There were approximately seven houndred children and every single one of them wanted to shake my hand and have a chat with me. In the water park, it was just the same: my ability to swim was found to be most impressiv and I had to teach swimming lesson for more than three hours.
Im Water Park angekommen, ging es dann ungefaehr im gleichen Stil weiter. Vor allem meine Faehigkeit zu schwimmen beeindruckte hier alle; schliesslich koennen die allermeisten Pakistani ja nicht schwimmen. Schlussendlich musste ich dann ungefaehr drei Stunden lang Schwimmunterricht erteilen. Insgesamt war es aber eine tolle Erfahrung, denn die Kinder sind ja wohl in jedem Land die ehrlichsten und aufgeschlossensten Zeitgenossen.
Yesterday's trip to the water park proved to be an very good experience. I enjoyed hanging out with the children and spend some time with those most open-hearted and honest fellows. However, as a European, I was the main attraction of the trip! There were approximately seven houndred children and every single one of them wanted to shake my hand and have a chat with me. In the water park, it was just the same: my ability to swim was found to be most impressiv and I had to teach swimming lesson for more than three hours.
Dienstag, 10. Juni 2008
Es geht los - Getting started
Gestern war wieder einmal ziemlich viel los. Pater Renato nahm mich auf das erzbischoefliche Ordinariat mit, wo wir einmal mehr den Erzbischof trafen. Ein weiterer Jesuit aus Sri Lanka moechte naemlich langfristig nach Loyola Hall kommen und benoetigt ein dem entsprechendes "Missionary Visa", was aeusserst kompliziert, langatmig und ohne die Hilfe des Erzbischofs sowieso unmoeglich ist. Jedenfalls sind wir guten Mutes, dass es mit dem Visum bald klappen wird.
Heute werde ich Nabhil (einer der Kandidaten der Jesuiten, der Englisch in der St. Mary's School der Jesuiten unterrichtet) mit seiner Schulklasse zum Abschlussanlass in den "Water Park" begleiten. Natuerlich bin ich total gespannt, was mich da genau erwartet, freue mich aber ins hoffentliche kuehle Nass zu springen.
Yesterday, I met once again the archbishop. I went for a visit together with Father Renato, since another Jesuit from Sri Lanka would like to come to work in Loyola Hall and stay here long term. Therefore, he requires a missionary visa, which is, of course, very difficult to obtain. However, the archbishop promised to help us to get the visa and we are hoping and praying that it will work out soon.
Today, Nabhil (one of the Jesuit candidates and teacher at one of their schools) will take me, together with his students, to the water park. It's the last day of school and therefore, they are having a day trip. Now, I am very curious, what a Pakistani water park looks like and am very keen on a swim.
Heute werde ich Nabhil (einer der Kandidaten der Jesuiten, der Englisch in der St. Mary's School der Jesuiten unterrichtet) mit seiner Schulklasse zum Abschlussanlass in den "Water Park" begleiten. Natuerlich bin ich total gespannt, was mich da genau erwartet, freue mich aber ins hoffentliche kuehle Nass zu springen.
Yesterday, I met once again the archbishop. I went for a visit together with Father Renato, since another Jesuit from Sri Lanka would like to come to work in Loyola Hall and stay here long term. Therefore, he requires a missionary visa, which is, of course, very difficult to obtain. However, the archbishop promised to help us to get the visa and we are hoping and praying that it will work out soon.
Today, Nabhil (one of the Jesuit candidates and teacher at one of their schools) will take me, together with his students, to the water park. It's the last day of school and therefore, they are having a day trip. Now, I am very curious, what a Pakistani water park looks like and am very keen on a swim.
Montag, 9. Juni 2008
Ein Ausflug nach Ayubia - A trip to Ayubia
Letzten Samstag unternahme Pater Renato, Scholastiker Andre und ich einen Tagesausflug nach Ayubia in NWFP (North West Frontier Province). NWFP grenzt unmittelbar an Afghanistan und an den Kashmir, was natuerlich eine starke Polizei- und vor allem auch Militaerpraesenz zur Folge hat. Ayubia liegt aber ganz im Suedwesten, nur eine Stunde von Murree entfernt, so dass eine Reise in dieses wunderschoene, auf 2'800 Meter ue. M. gelegene, und von zahlreichen kleinen Affen bevoelkerte Paradies keinerlei Gefahr darstellt. Ausserdem bin ich mir, spaetestens seit Murree, das naemlich einen grossen Armeestuetzpunkt beherbergt, offensichtliche Militaerpraesenz mehr als gewohnt.
Ayubia laedt aber geradzu zum Wandern ein, und dies taten wir dann auch. Auf unserem Erkundungsgang trafen wir neben den ueberall vertretenen und teilweise aeusserst frechen Affenbanden auch immer wieder Einheimische und (Binnen)Touristen. Die Gespraeche und Begegnungen habe ich sehr geschaetzt - auch jene mit den Affen.
Last Saturday, Father Renato, Brother Andre and I went on a trip to Ayubia in NWFP (North West Frontier Province), that immediately borders Afghanistan and Kashmir. However, Ayubia is located in south-eastern part of the Province and therefore, there's absolutely no risk in visiting this beautiful village about 8'500 feet above sea-level. We enjoyed the hiking and the prescene of several bands of monkeys.
Ayubia laedt aber geradzu zum Wandern ein, und dies taten wir dann auch. Auf unserem Erkundungsgang trafen wir neben den ueberall vertretenen und teilweise aeusserst frechen Affenbanden auch immer wieder Einheimische und (Binnen)Touristen. Die Gespraeche und Begegnungen habe ich sehr geschaetzt - auch jene mit den Affen.
Last Saturday, Father Renato, Brother Andre and I went on a trip to Ayubia in NWFP (North West Frontier Province), that immediately borders Afghanistan and Kashmir. However, Ayubia is located in south-eastern part of the Province and therefore, there's absolutely no risk in visiting this beautiful village about 8'500 feet above sea-level. We enjoyed the hiking and the prescene of several bands of monkeys.
Sonntag, 8. Juni 2008
Zu Besuch in Murree - Visiting Murree
Soeben bin ich nach meinen achttaegigen "Hoehentraining" in Murree (2'300 Meter ueber Meer) wieder im heissen Lahore angekommen. Murree liegt nur circa eineinhalb Stunden nordoestlich der Hauptstadt Islamabad und bietet ein angenehmes kuehles Klima, wie einen wunderschoenen Blick auf das Himalaya. Gerade deshalb ist es eines der beliebtesten Ausflugs- und Ferienziele der wohlhabenden Oberschicht der boomenden Grossstaedte in den schwuelen Ebenen des Suedens. So prallen denn zwei Welten aufeinander: die weltgewandte und moderen Gesellschaft der reichen Grossstaedter und die traditionellen Strukturen der armen Landbevoelkerung und Bergbauern.
Right now, I just came back from Murree. It's a small city up in the mountains on approximately 7'000 feet. Only one and a half hours from the capital, Murree is a very popular resort due to its nice and cool climate. Therefore, there are two worlds clashing: the upperclass from the rich cities meets the society of poor mountain farmers.
Right now, I just came back from Murree. It's a small city up in the mountains on approximately 7'000 feet. Only one and a half hours from the capital, Murree is a very popular resort due to its nice and cool climate. Therefore, there are two worlds clashing: the upperclass from the rich cities meets the society of poor mountain farmers.
Freitag, 30. Mai 2008
Ankunft - Arrival
Mittlerweile bin ich schon drei Tage hier in Lahore, Pakistan. Ich bin sehr gut angekommen und dabei mich einzuleben. Loyola Hall steht auf einem ziemlich ausgiebigen Grundstueck von ungefaehr 2500 Quadratmetern. Zahlreiche Bluem und Baeume, Ziervoegel und Fische schmuecken den weitlauefigen Garten. Ich habe mein eigenes Zimmer inklusive persoenlicher Nasszelle. Auch wenn es nicht in allem unseren westlichen Anspruechen entspricht und von Strom- und Wasserausfaellen gekennzeichnet ist, so fuehle ich mich doch sehr wohl hier in Loyola Hall.
Morgen werde ich mit Pater Renato nach Muree (benannt nach der Jungfrau Maria) aufbrechen, wo ich den Jesuiten Scholastiker Andre kennen lernen werde, der mir ein wenig Urdu beibringen wird. Ich freue mich!
PS: Das Essen ist ausgezeichnet.
Three days ago, I arrived in Loyola Hall in Lahore, Pakistan. Ever since, I truely enjoy my stay here with the Jesuits, although I'm still adapting to the moist and hot climate. Yesterday, I was enlighted to meet the archbishop of Lahore, a very nice fellow, who actually had been to St. Gallen ten years ago.
Tomorrow, I will leave, together with Father Renato, to visit the Jesuit Scholastic Andre in Muree (named after Virgin Mary). I'm looking forward very much to move to this apparently beautiful pleace up in the mountains near the capital Islamabad, in order to enjoy some cooler wheather.
PS: The food is absolutely excellent.
Morgen werde ich mit Pater Renato nach Muree (benannt nach der Jungfrau Maria) aufbrechen, wo ich den Jesuiten Scholastiker Andre kennen lernen werde, der mir ein wenig Urdu beibringen wird. Ich freue mich!
PS: Das Essen ist ausgezeichnet.
Three days ago, I arrived in Loyola Hall in Lahore, Pakistan. Ever since, I truely enjoy my stay here with the Jesuits, although I'm still adapting to the moist and hot climate. Yesterday, I was enlighted to meet the archbishop of Lahore, a very nice fellow, who actually had been to St. Gallen ten years ago.
Tomorrow, I will leave, together with Father Renato, to visit the Jesuit Scholastic Andre in Muree (named after Virgin Mary). I'm looking forward very much to move to this apparently beautiful pleace up in the mountains near the capital Islamabad, in order to enjoy some cooler wheather.
PS: The food is absolutely excellent.
Montag, 26. Mai 2008
Abreise - Departure
Jetzt ist es also bald soweit. Heute um 22:30 Uhr werde ich die Schweiz für ganze vier Monate verlassen und nach Pakistan aufbrechen. Ich bin irrsinnig gespannt und freue mich auf meinen Aufenthalt in der islamischen Welt. Ich bin überzeugt wichtige und wertvolle Erfahrungen zu sammeln, hoffe aber auch selbst einen kleinen Betrag für eine bessere Welt und vielleicht sogar den Dialog der Religionen in Pakistan leisten zu können.
Today at 10:30 p.m. I will leave Switzerland and will be staying in Pakistan for more than four months. I am very excited and am looking forward very much to gaining new insights into the islamic world. I am convinced to profit enormously through important and precious new experiences, but I also hope to be able to contribute my part to better a world.
Today at 10:30 p.m. I will leave Switzerland and will be staying in Pakistan for more than four months. I am very excited and am looking forward very much to gaining new insights into the islamic world. I am convinced to profit enormously through important and precious new experiences, but I also hope to be able to contribute my part to better a world.
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